Vancouver Island

Um den so schon langen Artikel etwas zu kürzen sind Menschen auf meiner Vancouver Island Reise unten aufgeführt; auch sehr interessant.

Die letzen 10 Tage war ich auf Vancouver Island unterwegs. Aufgebrochen bin ich mit Jose am Horseshoe Bay mit Ziel Nanaimo. Dort haben wir eine Nacht im Cambie Hostel übernachtet. Da wir allerdings einen eigenartigen Zimmergenossen hatten der auch durch Joses Sachen gegangen ist und sein Deoroller benutzt hat, haben wir uns beschwert und ein anderes und besseres Zimmer bekommen. Dadurch sind wir mit dem Personal ins Gespräch gekommen und hatten prompt die erste Mitfahrgelegenheit für ein Teilstück am nächsten Tag.
Nach zwei Mitfahrgelegenheiten kamen wir in Ucluelet an. Da im Hostel aber niemand anzutreffen war gingen wir erst einmal etwas essen. Es war der beste Burger den ich bis jetzt hier gegessen habe. Zuvor waren noch 4 Rehe in einem Garten direkt an der Straße und scheinen von uns nicht gerade beeindruckt zu sein (Siehe Video). Zurück zum Hostel – Mist! Ausgebucht und das andere Hostel hat nur zur Hauptsaison geöffnet. Also zurück auf die Straße und Daumen raus bei einbrechender Dämmerung. Allerdings hatten wir Glück und wurden schon nach kurzer Zeit bis nach Tofino mitgenommen direkt bis ins Whalers on the Point Guesthouse.

Der Ausblick am Morgen aus dem Fenster war atemberaubend. Eine weite Meeresbucht und in wenigen Kilometern Entfernung steil aufsteigendes Gebirge. Nach dem Frühstück in einer endlich mal sauberen und riesigen Küche liefen wir los um die Strände und Regenwälder zu erkunden. Tonquin, Middle und McKenzie Beach haben wir einen Besuch abgestattet. Am nächsten Tag ist Jose surfen gegangen. Ich habe mich Aufgrund des nicht so schönen Wetters und der voran geschrittenen Tageszeit dagegen entschieden. Am nächsten Tag wollte er eigentlich Vormittags auch noch einmal gehen allerdings hat es so geregnet, dass wir nur sein Board zurückgebracht und anschließend in der Hostel eigenen Sauna aufgewärmt haben. Den Rest des Tages haben wir entspannt und Billiard gespielt.

Am nächsten Tag sind wir mit insgesamt 5 Anhaltern mit Umweg Qualicum Beach zurück nach Nanaimo gefahren. Das Wetter war so mies, dass mein Klamotten mangels Regenschutz für den Rucksack allesamt feucht waren und vor allem stanken. Immerhin hat die neue Regenjacke gute Arbeit geleistet und meine Sachen am eigenen Leib waren trocken.

Nachdem ich Jose lebewohl gesagt habe bin ich allein weiter nach Victoria (Er war bereits dort gewesen.). Dort hatte ich dann meine erste Couchsurf-Erfahrung.  Ich schlief vier Nächte bei bei Sam der eigentlich aus Kalifornien kommt (siehe Charaktere).
Den ersten Abend waren wir vier Stunden Billard spielen, haben dabei Bier getrunken und gegessen und musst dann bei einer Rechnung von 60$ erstmal den Schock verdauen.
Die nächsten 2 Tage habe ich Victoria zu Fuß erkundet.
Abends bin ich nach 4 Monaten Pause mal wieder ins Fitnessstudio gegangen. 3 Pläne an einem Abend macht 3 Stunden. Da nur Tiere und sportliche Frauen am Start waren hab ich auf leichte Gewichte verzichtet – ich Idiot: Die folgende Nacht bin ich jedes mal aufgewacht wenn ich mich gedreht habe. Hinsetzen, aufstehen und Treppen steigen wurden am Nächsten Tag zu einer schier unlösbaren Aufgabe und die folgende Nacht konnte ich durch starken Brustmuskelkater nicht wie gewohnt auf dem Bauch schlafen. – Genug geflennt. Die Moral von der Geschichte: Nächstes Mal trainiere ich leicht, gaaaaanz bestimmt!
Am nächsten Morgen nach dem Eisenstemmen bin ich mit Simona im Royal BC Museum gewesen. Dort haben wir uns über die Kultur und Sprache der Ureinwohner sowie die Kolonisierung BCs gebildet. Simona hatte in einer Facebook-Gruppe gefragt ob jemand über das Wochenende in Victoria ist und etwas unternehmen möchte.

Nach einem Tag gammeln auf Sams Couch bin ich dann wieder nach Vancouver zurück ins Hostel. Zum einem war die versüffte Bude wieder einmal sehr abstoßend zum Anderen hat dich aber so gut wie jeder begrüßt: Hey Georg! Schön dich zu sehen? Wie war dein Trip? Überraschender weise war auch Shey mal wieder da. Ein ziemliche sympatische Australierin welche die letzen 2 Monate im Wald Bäume vermessen hat. – Das sollte ich mir auf jeden Fall im Kopf behalten den Forstarbeit wird vom Staat gefördert und ist somit gut bezahlt.

Charaktere in chronologischer Reihenfolge

  • junges Paar welche beide 25kg abgespeckt haben, lange Unterhaltung über Schulsysteme in CDN und D (Nanaimo – Ucluelet)
  • Mutter und Sohn aus den Northwest Territories, sie arbeitet in Victoria, er hat sie besucht (Ucluelet – Tofino)
  • Schweizer der gerade aus Alaska kam um im Anschluss wieder dahin zu fahren – die letzten 50km mangels fehlender Straße fliegen. Arbeitet dort auf Huskyfarm und Schneemobilverleih – jetzt bei dauerhaft Nacht (Tofino)
  • Logopädin welche den Sommer über Bootskapitän ist (Tofino – Kreuzung Tofino/Ucluelet)
  • Jäger und Fischer welcher einmal mit 2 Freunden gegen ein Rudel Wölfe kämpfen musste. Einer der Freund hat sich am folgenden Tag ein Wolfstattoo stechen lassen. Auf dem Weg zu einer Wohltätigkeitsveranstaltung – Bier saufen (Kreuzung Tofino/Uculelet – Port Alberni)
  • Trucker dessen jedes 3. Wort “fuck” war. Er konnte über die Holzlasterfahrer auf BBC nur lachen: “2 Anhänger? Fuck, ich bin früher weit im Norden mit verfickten 4 Anhänger gefahren auf verfickt nochmal schwierigeren Wegen” (Port Alberni – Qualicum Beach)
  • Tscheche der erst in Mittelamerika und USA gewohnt hat und jetzt in Nanaimo wohnt, war 6 Jahre auf Kokain, sehr kunstinteressiert (Qualicum Beach – Nanaimo)
  • Unternehmer welcher industrielle Kühlschränke baut (Nanaimo – Victoria)
  • Sam, mein Couchsurf-Gastgeber. Jeder nennt ihn allerdings Thor. Das habe ich erst verstanden als ich ein zwei Wochen altes Foto gesehen habe. Mit seinen langen Haaren und Vollbart sah er aus wie ein Wikinger. Die Haare hatte er aber nur so lang wachsen lassen um sie Perückenmacher zu spenden. Er hat eine wirklich sehr soziale Ader. Zur Zeit lernt der die Brailleschrift und hilft einmal die Woche in einer Schule für Blinde aus nicht zuletzt da er Farbenblind ist. Wer jetzt an Rot-Grün-Schwäche, sprich man sieht rot oder grün nicht, denkt liegt falsch: Er sieht nur blau! Dadurch hat er wirkliche Schwierigkeiten beim Sehen und benötigt alles auch ein wenig größer. Immerhin ist das ein legitimer Grund sich einen fetten Beamer und eine Raum einnehmen Leinwand ins Wohnzimmer zu stellen. Aber irgendwie muss man die zahllosen Spielekonsolen ja auch anschließen können. Er hat außerdem ein “Oculus Rift” und konnte somit zum ersten Mal ein Head-Mounted-Display ausprobieren. Das ist eine Brille mit je einem Monitor pro Auge und Lagesensoren. Wenn man damit durch ein Computerspiel läuft ist das eine ganz neue Erfahrung, denn wenn man in der Realität den Kopf dreht oder nach oben und unten schaut, macht das die Spielfigur im Spiel ebenso. Es fühlt sich also gleich noch realistischer an. – Weiterhin besitzt Thor ein Headset welches Gehirnströme misst. Man denkt also nur noch und der Computer führt dann Befehle aus; dieses habe ich allerdings nicht ausprobiert.
    Bis vor kurzem arbeitet er als Facebookspieleentwickler. Es war schön zu hören, dass Teams in Kanada die selben Probleme mit Managern haben, wenn um es die Einführung neuer Vorgehensmodelle geht (SCRUM). (Victoria)
  • Simona, hat gerade ihr Studium in Lehramt Englisch/Geschichte abgeschlossen und reist jetzt ebenfalls durch Kanada (Victoria)