Deutsche, wandern und Lebenserwartungen verringern

Am Anfang waren keine Deutschen im Hostel. Jetzt sind hier gefühlt nur noch deutsche Gäste.
Da wären zum einen Nils und Henrik aus Kiel die gerade ihr Abi gemacht haben und jetzt ebenfalls am Working-Holiday-Programm teilnehmen. Dann ist da Patrick aus dem Allgäu der bereits seit 4 Monaten hier in Kanada ist und dem jetzt doch langsam das Geld knapp wird und einen Job sucht, allerdings braucht er vorher noch ein Arbeitsvisum…
Anna aus München war 2010 zum reisen und arbeiten in Kanada  und besucht jetzt Freund die sie in dieser Zeit gewonnen hat.

Hier im Hostel muss man aufpassen, dass man nicht in die Schiene der allezeit kiffenden und nichts tuenden Menschen gerät. Deshalb bin ich gestern mal wieder los wandern. Nils und Henrik traf ich früh im Hostel das erste mal und sie schlossen sich spontan an. Der Plan war Crown Mountain zu erklimmen. Allerdings stand auf der openStreetMap nix von Wasserschutzgebiet und Zaun. Also bin ich nochmal mit hoch auf Grouse Mountain – was ich allerdings nicht bereut habe, denn die Sicht war klarer als beim ersten Mal und auf dem Rückweg haben wir wieder einige Eichhörnchen und sogar einen Specht gesehen.
Obwohl man hier in der Stadt ist die Artenvielfalt doch erstaunlich hoch. Vor kurzem habe ich nachts zwei Stinktiere durch einen Spielplatz streifen sehen.

Zum Thema Lebenserwartungen verringen. Da wären zum einen die Eigenen. Gestern waren wir (Nils, Henrik, Patrick und Eddy (einem Franzosen)) auf der Granville Street in einem Club. Der DJ war aber so schlecht, dass ziemlich schnell prüfen mussten wie viel amerikanisches Bier (Bud) wir so vertragen. Um 3 ist hier allerdings überall Schluss, also jene Zeit in der in Berlin die Parties erst richtig los gehen.
Zum anderen habe ich heute dazu beigetragen die Lebenserwartung eines Crack-Junkies zu verringern (ja ich bin zuweilen ein böser Mensch). Auf der East Pender Street findet jeden Samstag der inoffizielle Crack-Market steht, wo Abhänge ihr Diebesgut für den nächsten Schuss verkaufen – unter anderem auch Fahrräder. So bin ich nun für 20C$ Eigentümer eines klapprigen Mountainbikes geworden (Man findet aber auch für 60C$ richtig gute Räder).
Meinem Zimmergenossen Pedro (Brasilien, arbeitet im Jimmy-Hendrix Shrine und vertickt Gras) wurde letztens das Rad gestohlen und er hat es dort zurück gekauft.

Da ich nun ein Rad habe werde ich mindestens eine Woche hier im Hostel bleiben und die anderen Stadtteil von Vancouver erkunden.