Wandern zum Gipfel des Grouse Mountain

Achtung: Wall of text! 😉

Heute morgen beim Emails checken sprach mich einer an und fragte wie das genau mit den Münzen für den Computer funktioniert. Nach kurzer Zeit kam seine Freundin dazu und sie redete auf einmal deutsch; und ich hab mir einen Ast abgebrochen ihm alles in Englisch zu erklären. – Aber es war schön mal wieder deutsch sprechen zu können.

Um 9 nahm ich die Fähre von der Waterfront Station nach North Vancouver, denn ich hatte mir vorgenommen, einen Gipfel zu erklimmen um mir Vancouver von oben anzusehen. Nach einer Stunde bergauf durch North Vancouver in den Wald. Endlich! Erinnert etwas an einen deutschen Nadelwald allerdings sind diese hier von ein paar massiven Bäumen durchwachsen. Auf meinem Weg nach oben kam ich immer mehr nach links ab und ich war nicht sicher ob ich noch richtig bin. (Ich hatte dummerweise vergessen mir eine Offline-Karte auf mein Smartphone zu ziehen). Die Wege erinnern mehr an einen Trampelpfad und wären ohne die orangen Symbole aller paar Meter kaum zu erkennen. Trotzdem kam ich kurz vom Weg ab und musste ein Stück zurück. Dadurch überholte mich eine Mitfünfzigerin die für ihr Alter sehr fit war. Wir hielten kurz Small-Talk bis ich erwähnte, das ich aus Deutschland komme. Da kamen wir richtig ins Gespräche den sie hat Verwandte in Deutschland. Also hing ich mich an ihre Fersen da sie auch den Weg kannte (Man war sie schnell! Auf dem Weg nach oben fragte auch ein Wanderer ob ich mich von meiner Mutter abhängen lasse.) und sie erzählte sie hieße Bettina (also sogar ein deutscher Name) und hat eine Tante bei Leipzig und noch mehr Verwandte in Düsseldorf. Wenn jemand deutsch spricht versteht sie fast alles nur beim sprechen geht nicht mehr so gut. Das wichtigste kann sie aber noch. Der zweite Name des Hundes ihrer Tante war “Scheiß Hund” und einen Satz den man öfter mal benötigt war “Du hast einen Vogel im Kopf!”. Sie und ihr Mann fahren natürlich auch deutsche Autos. Vor meinem Abflug bekam ich von meinem guten Freund Thomas S. eine Bärenglocke geschenkt, was ich ihr erzählte. Sie lachte und meinte “Wir nennen das hier eine “Diner Bell” (Essensglocke) – sollte ich die Glocke also nun anhängen oder nicht?
Oben auf dem Grouse Mountain trennten sich dann unsere Wege.
Der Aufstieg war es wert denn ich wurde mit einer fantastischen Aussicht belohnt! – Und nicht nur das, außerdem gab es noch ein Grizzlybärgehege (was aber eher langweilig war) eine Raubvogelvorführung und eine Holzfällershow die nicht nur sehr sportlich war sondern auch von derben Witzen nur so sprühte, also genau mein Niveau: “Ich danke meiner Mutter, dass sie mir heute morgen die Sachen rausgelegt hat, der Mutter meines Kontrahenten für letzte Nacht […]”. Hier gibt es die Show in 9 Videos: Grouse Mountain Lumberjack Show (Ich denke die Videos werden jetzt über die Tage nach und nach online kommen, es dauert ewig hier!)
Beim Abstieg versuchte ich mich weiter links zu halten als beim Aufstieg kam aber weiter rechts raus, an der Talstation von Grouse Mountain. Im Wald hatte mich mein Orientierungssinn also verlassen, fand ihn aber auf der Straße wieder und eine kurzes Nachfragen bestätige, dass ich auf dem richtigen Weg war.
Völlig kaputt kam ich dann halb 8 wieder im Hostel an, nach 7h reinem wandern und circa 28 km hatte ich also endlich geschafft (Höhenmeter sind wohl noch nicht mit dabei).

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